Frank Schatz

AGILE MENTOR & CERTIFIED SCRUM TRAINER

Muss ein Scrum-Team immer einem festen Lieferplan folgen?

Ein Scrum-Team muss nicht immer einem festen Lieferplan folgen, sondern sollte sich auf iterative Lieferungen und kontinuierliche Verbesserung konzentrieren. Die Flexibilität, den Lieferplan basierend auf dem Projektfortschritt und Feedback anzupassen, ist ein zentraler Aspekt von Scrum. Dies ermöglicht dem Team, auf Veränderungen zu reagieren und das Produkt schrittweise zu verbessern.

In der agilen Welt, insbesondere im Rahmen von Scrum, dreht sich alles um Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und kontinuierliches Lernen. Die Frage, ob ein Scrum-Team immer einem festen Lieferplan folgen muss, lässt sich am besten mit einem wohlüberlegten „Es kommt darauf an“ beantworten.

Ein fester Lieferplan suggeriert eine Vorhersagbarkeit, die in dynamischen Entwicklungsprozessen, wo Veränderung die einzige Konstante ist, oft schwer zu gewährleisten ist. Die Essenz von Scrum basiert auf dem Prinzip der Iteration – in regelmäßigen Abständen liefern Teams funktionierende Produktinkremente aus, die dann bewertet werden, um den nächsten Entwicklungsschritt zu bestimmen. Diese Zyklen, bekannt als Sprints, bieten eine Struktur, doch innerhalb dieser Struktur ist Flexibilität der Schlüssel.

Einerseits kann ein gewisser Grad an Planung unerlässlich sein, besonders in Umgebungen, in denen Schnittstellen zu anderen Teams oder externen Stakeholdern koordiniert werden müssen. Ein grundlegendes Verständnis darüber, wann bestimmte Features bereitgestellt werden können, hilft bei der Planung und Kommunikation mit Kunden und anderen Abteilungen.

Andererseits birgt ein zu starrer Lieferplan das Risiko, dass man sich zu sehr auf Termine konzentriert und dabei die Qualität des Produkts oder die Anpassung an veränderte Kundenbedürfnisse vernachlässigt. In der agilen Philosophie geht es darum, offen für Veränderungen zu sein, auch wenn diese spät im Entwicklungsprozess auftreten. Ein zu strikter Plan könnte dieses Prinzip untergraben und die Vorteile der agilen Methodik zunichtemachen.

Die Balance zu finden, erfordert von Scrum-Teams, stets den Wert des Liefergegenstands im Auge zu behalten. Wichtiger als die Einhaltung eines festen Plans ist die Frage, ob das Produkt den Kundenanforderungen gerecht wird und ob es den Nutzern den größtmöglichen Mehrwert bietet. Es geht nicht darum, alles auf einmal zu liefern, sondern das Richtige zur richtigen Zeit.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein gewisses Maß an Planung notwendig ist, um Orientierung zu bieten und Abhängigkeiten zu managen. Doch die Stärke von Scrum liegt in seiner Flexibilität und der Fähigkeit, sich an verändernde Umstände anzupassen. Ein fester Lieferplan sollte also nicht als starre Vorgabe, sondern als flexibler Rahmen verstanden werden, der es Teams ermöglicht, kreativ zu sein, Risiken zu managen und letztlich Produkte zu liefern, die den Kunden begeistern.

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