Anwendungsfall
Kundendatenbank mit KI bauen: Rechte und Backups prüfen
Kundendaten aus mehreren Excel-Tabellen in eine eigene Datenbank zu holen, ist mit KI eine Sache von Tagen. Damit liegen alle Kundendaten an einem Ort, auch für jeden, der dort nicht hingehört. Was Sie vorher prüfen müssen.
Vom Excel-Chaos in die Datenbank
Drei Tabellen, eine pro Jahr, dazu eine Liste aus dem Mailprogramm. Dieselbe Kundin steht viermal darin, jedes Mal etwas anders geschrieben. Eine kleine Datenbank mit Suchmaske löst das. Ein KI-Werkzeug baut sie, oft mit Supabase oder Firebase als Datenbank im Hintergrund, und importiert die Tabellen gleich mit.
Mit dem Import ändert sich etwas Grundsätzliches. Die Excel-Datei lag auf Ihrem Rechner. Die Datenbank liegt im Internet, erreichbar über eine Schnittstelle. Wer darauf zugreifen darf, regeln jetzt Einstellungen, die Sie vermutlich nie gesehen haben.
Datenbankrechte: die wichtigste Einstellung
Bei Supabase entscheidet Row Level Security darüber, wer welche Zeile lesen darf, bei Firebase sind es die Security Rules. Ist das nicht gesetzt oder zu grosszügig, kann jeder mit der öffentlichen Adresse und dem öffentlichen Schlüssel Ihrer Anwendung die komplette Kundentabelle abrufen. Beides steht im Browser-Code und lässt sich mit wenigen Klicks auslesen.
KI-Werkzeuge vergessen diese Rechte oft oder setzen sie so, dass jeder angemeldete Nutzer alles sieht. Wie Sie das prüfen, steht im Artikel Datenbankrechte bei Supabase und Firebase.
Backups: vorhanden ist nicht dasselbe wie wiederherstellbar
Viele Datenbankdienste sichern automatisch, aber je nach Tarif nur für wenige Tage oder gar nicht. Prüfen Sie im Dashboard, ob und wie lange gesichert wird. Dann der wichtigere Schritt: Spielen Sie eine Sicherung einmal in eine Testumgebung zurück. Erst dann wissen Sie, dass sie funktioniert.
Ein Sonderfall bei KI-Werkzeugen: Ein Prompt wie „räum die Tabellen auf“ kann Daten löschen oder Spalten umbauen. Machen Sie vor grösseren Änderungen eine Sicherung von Hand.
Wohin die Daten fliessen
Eine Kundendatenbank bleibt selten allein. Die KI schlägt vor, Notizen automatisch zusammenzufassen oder Dubletten mit einem KI-Dienst zu erkennen. Dabei gehen Kundendaten an einen weiteren Anbieter, oft ausserhalb der EU. Halten Sie fest, welche Dienste Daten bekommen, und prüfen Sie für jeden, ob ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung besteht. Mehr dazu im Artikel KI-generierter Code und DSGVO.
Beim Import selbst
- Zählen Sie die Datensätze vor und nach dem Import.
- Prüfen Sie Umlaute, Datumsformate und führende Nullen in Postleitzahlen.
- Behalten Sie die alten Tabellen, bis die Datenbank einige Wochen im Alltag gelaufen ist.
Bevor Sie damit live gehen
Ihre Lösung läuft. Diese Punkte sollten Sie prüfen, bevor echte Daten daran hängen:
- Sind die Datenbankrechte so gesetzt, dass niemand von aussen Daten abrufen kann?
- Gibt es ein Backup, und haben Sie die Wiederherstellung einmal getestet?
- Welche Kundendaten fliessen an KI-Dienste oder andere Anbieter?
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