Anwendungsfall

Wie baue ich mir ein Tool, das es am Markt schlicht nicht gibt?

Wer lange nach einem passenden Tool gesucht und keines gefunden hat, hat kein zu spezielles Problem. Es ist oft ein Zeichen, dass das Problem für einen Softwareanbieter zu klein ist, um sich zu lohnen, für das eigene Geschäft aber gross genug, um selbst zu bauen.

Warum manche Probleme kein Anbieter löst

Software-Anbieter bauen für einen Markt, nicht für einen einzelnen Fall. Ein Problem, das nur wenige in einer bestimmten Nische haben, ist für einen Anbieter selten rentabel genug, um ein eigenes Produkt dafür zu entwickeln. Das bedeutet nicht, dass das Problem unlösbar ist. Es bedeutet, dass die Lösung von einem selbst kommen muss, weil man der Einzige ist, für den sie sich lohnt.

Woran sich erkennen lässt, dass wirklich nichts Passendes existiert

Vor dem Eigenbau lohnt sich eine ehrliche Suche: Gibt es ein Tool, das das Problem zu neunzig Prozent löst, und man müsste nur die letzten zehn Prozent von Hand ergänzen? Dann ist das oft die schnellere Lösung. Erst wenn kein Tool auch nur den Kern des Problems trifft, oder wenn jede Näherung mehr Arbeit macht als das eigentliche Problem, ist der Eigenbau die richtige Antwort.

Ein Beispiel: Ein selbstständiger Übersetzer arbeitet mit einer sehr spezifischen Kombination aus Fachglossaren, die sich je nach Auftraggeber unterscheiden, und will bei jedem Auftrag automatisch prüfen lassen, welches Glossar zu welchem Begriff passt. Allgemeine Übersetzungssoftware kennt diese individuelle Zuordnung nicht, weil sie für den breiten Markt gebaut ist, nicht für seine eigene, gewachsene Glossarstruktur.

Wie sich ein Vorhaben ohne Vorbild angehen lässt

Ohne ein bestehendes Tool als Vorlage fehlt ein Referenzpunkt, wie die Lösung aussehen könnte. Deshalb beginnt dieses Vorhaben nicht mit dem Bau, sondern mit einer genauen Beschreibung: was soll die Lösung am Ende können, in welcher Reihenfolge läuft der Ablauf normalerweise, welche Entscheidung fällt an welcher Stelle. Diese Beschreibung wird zur Grundlage, an der jeder Baustein später gemessen wird.

Warum Qualitätskontrolle hier besonders wichtig ist

Bei einem Vorhaben ohne Vorbild gibt es keinen Massstab, an dem sich ein KI-Ergebnis schnell prüfen lässt. Es gibt kein vergleichbares Produkt, das zeigt, wie es normalerweise gemacht wird. Das erhöht das Risiko, ein Ergebnis zu übernehmen, das zwar funktioniert, aber an der falschen Stelle Kompromisse macht, ohne dass es auffällt. Genau hier zahlt sich eine Vorgehensweise aus, die auf Kontrolle statt auf Vertrauen setzt: jeder Baustein wird an einem echten Fall aus dem Alltag geprüft, nicht nur daran, ob er läuft.

Was ein selbst gebautes Tool ohne Vorbild nicht ersetzt

Ein Vorhaben ohne Marktvorbild ersetzt keine Rechtsberatung, wenn das Problem regulatorische Fragen berührt, etwa bei personenbezogenen Daten oder branchenspezifischen Vorschriften. Genau weil es kein Vergleichsprodukt gibt, das diese Fragen bereits gelöst hat, gehört diese Klärung an den Anfang des Vorhabens, nicht an dessen Ende.

Verwandtes Vorhaben

Ein Vorhaben ohne Vorbild lässt sich selten in ein oder zwei Terminen abschliessen, weil die Anforderungen sich erst beim Bauen vollständig zeigen. Ein verwandter Fall mit ähnlicher Ausgangslage ist internes Tool statt SaaS-Abo.

Kein fertiges Tool am Markt? Für den ganzen Online-Auftritt gibt es ballastnix.com.